Unser Weg zum Smart Home System

17.04.2017

Unser Weg zum Smart Home System

Nicht weniger als ein technologieunabhängiges und intuitiv bedienbares Smart Home System sollte es werden. Etwas mehr als ein Jahr nach der hubware Gründung schauen wir auf die ereignisreiche Entwicklungsgeschichte von SARAH zurück.

Autor: Patrick Berchtold

Zuerst war die Idee

Wir starten im Jahre 3 v.h.G (vor der hubware Gründung). Christian Moser plant sein eigenes Zuhause und möchte darin auch eine Intelligenz integrieren. Seine intensive Recherche führt ihn zu verschiedenen Smart Home Technologien, die jeweils in ihren spezifischen Einsatzbereichen stark sind, aber als Gesamtlösung jeweils klare Schwächen haben. Schon damals beginnt Chris damit, die verschiedenen Lösungen unter einen Hut zu bringen und richtet dafür ein rudimentäres übergeordnetes System für sich selbst ein. Nebst dieser Entwicklung setzt er sich als Informatiker aber auch intensiver mit der digitalSTROM Technologie auseinander und gründet 2014 mit dem Elektriker Philipp Zingg die SmartWire AG als regionales Berner Installationsunternehmen für Hausautomation.
Die Idee aber des technologieübergreifenden Systems bleibt aber bestehen und schon bald beginnt auch unser heutiger Entwicklungschef Tobias Kluge sich für ein übergeordnetes Smart Home System zu begeistern und hilft bei der Weiterentwicklung tatkräftig mit. Dank dem direkten Kundenkontakt bei SmartWire und der wertvollen Erfahrungen aus verschiedensten Smart Home Projekten entwickeln sie die ursprüngliche Intelligenz immer weiter. Inspiriert von Chris‘ Frau Pia tauften die drei den ersten Prototypen ‚SARAH‘. Der Name kommt aus der legendären US Serie ‘Eureka – Die geheime Stadt’ und wird auch dort fürs Smart Home System verwendet.


Smart Home System SARAH Ideensammlung

Im Zentrum soll der Bewohner des Smart Homes stehen

In unserem Verständnis soll das Smart Home System vor allem einem dienen, nämlich dem Bewohner. Dieser soll sein Zuhause so einfach wie möglich bedienen können und kleinere Anpassungen auch ohne Fachmann schnell erledigen können – von wo auch immer er gerade ist. Die Frage stellte sich also nach der optimalen Bedienoberfläche. Jegliche Arten von Web-UI schlossen wir schnell aus und landeten bei einer einzigen App, die auf verschiedenen Endgeräten bedienbar sein soll und sogleich das ganze Haus vereinet. Die Devise lautete konsequent ‚keep it simple‘: Die im Hintergrund verbaute Technologie soll dem Bewohner getrost egal sein können.
Für die Gestaltung dieser App wollten wir uns deshalb an Profis wenden. Im November 2015 starteten wir für die Frontendentwicklung mit den renommierten Berner Appentwickler von Apps with love in unser App-Projekt. Es folgten Workshops auf Brainstormings und Kreativmeetings auf Gestaltungsideen. Die ganze Palette von möglichen Funktionen wurde aufgerollt und zusammen mit den Jungs von AWL möglichst einfach strukturiert. Selbst für den Projektverantwortlichen Michael Schranz eine Herausforderung, denn «ein Projekt in diesem Umfang – eine App, die ein ganzes Haus und verschiedene Technologien vereint» war auch für sie eine «neue Challenge». Das Resultat? Über 300 pixelgenaue Screens (Tendenz steigend) mit einfacher Benutzerführung und ein unglaublich ausgeklügeltes und erweiterbares Designkonzept.

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Ein Projekt in diesem Umfang – eine App, die ein ganzes Haus und verschiedene Technologien vereint war auch für uns eine neue Challengeschlusszeichen_hubware

Michael Schranz, Apps with love

Hub, there it is… hubware!

SARAH und die weiteren Entwicklungen wurden immer grösser und beschäftigten immer mehr Personen, sodass die Gründung eines zweiten Startups zur Weiterentwicklung der Smart Home Lösungen die logische Folge war: hubware war geboren! Als Domizil durften wir eine sehr charmante und gleichzeitig sehr analoge alte Mühle aus dem 17. Jahrhundert behausen, in der wir uns voll auf die Weiterentwicklungen fokussieren konnten und darin selbst ein eigenes Testlab einbauten.
Bis zur Marktlancierung sollte das Paket SARAH aber noch abgerundet werden und Webdesigner Lukas von Rotz (Digitale Nachhaltigkeit, Uni Bern) und Art-Director Kasper Kobel (Lerch&Panther) verfeinerten mit uns das Erscheinungsbild. Zusammen mit den Spezialisten für das bewegte Bild Philipp und Manu von Rise and Shine drehten wir zusammen den ersten offiziellen SARAH Film.
Der anvisierte Launch Termin vom September 2016 stellte sich für alle Beteiligten als echte Challenge dar. Nicht nur die Teams von hubware und Apps with love, sondern alle an SARAH arbeitenden Personen legten sich auf dieses Datum fest und opferten viele Sommerabende und unglaublich viel Herzblut für unser ambitioniertes gemeinsames Ziel.
Über drei Viertel der rund 40 eingeladenen Hausautomationsintegratoren erschienen am 29. September schliesslich in Zürich zur offiziellen Vorstellung von SARAH. In etwas über drei Stunden präsentierten Chris, Tobias und Patrick das SARAH-Konzept, die verschiedenen Schnittstellen, die Benutzeroberflächen bis hin zu den Marketingmöglichkeiten. SARAH war gelauncht – der bis dann sicherlich wichtigste Event in der noch jungen hubware Geschichte.
Die anschliessend abgeschlossenen Partnerschaften mit etablierten Hausautomation-Integratoren waren für uns nicht nur Bestätigung, sondern ebenso unglaubliche Motivation, am gegangenen Weg festzuhalten und diesen mit aller Energie weiterzugehen um SARAH noch besser zu machen. Von da an galt es nun, mit den bestehenden Partnern wertvolle Erfahrungen zu sammeln, bevor man in einen ‘breiteren’ Vertrieb übergehen würde. Vom einfachen Einfamilienhaus bis hin zur Luxusvilla von Jonas Hiller durften wir bis heute sehr viele interessante und gleichzeitig vielseitige Projekte unserer Partner aktiv begleiten und dabei SARAH als zentrales Smart Home System implementieren. Viel Know-How konnte somit bereits heute zu unseren Integratoren überfliessen um diese für zukünftige Kundenprojekte optimal zu rüsten.


SARAH making of

Zu viel Kaffee, zu wenig Pizza

Wahrscheinlich gibt es einfachere Projekte als ein technologieübergreifendes Smart Home System von Grund auf zu entwerfen. Definitiv aber auch kaum interessantere und reizvollere! Etwas mehr als ein Jahr nach der Gründung von hubware schauen wir auf eine bewegte Startphase zurück. Einige Zahlen rund um die Entwicklung von SARAH verdeutlichen dies eindrücklich:

  • Über 1’200 Stunden Design für mehr als 300 Screens
  • Über 4’000 Stunden Frontendentwicklung gemeinsam mit Apps with Love
  • Über 2’500 Stunden Backend Entwicklung durch unser Entwicklerteam
  • Eigenes Testlab mit über 200 Aktoren und Sensoren
  • Über 1’000 Tickets (Features, Aufgaben und Bugs) bearbeitet
  • Pro Monat durchschnittlich 1 neuer Mitarbeiter
  • Viel zu viel Kaffee – zu wenig Pizza (aus Informatiker Sicht 🙂

Nebst SARAH wurde auch viel Zeit für weitere Projekte wie beispielsweise SVEN (7’’ Display für digitalSTROM Visualisierung), BART (Back-up und Restore Tool) oder mySARAH.io aufgewendet. Das Projekt SARAH wurde aber schnell zu unserem ‘Rolls Royce’ und überflügelte alle anderen Projekte in Sachen Aufwand aber auch im Tiefgang und Detailgrad klar.

SARAH success story

Ein Weg gesprickt mit Highlights und Learnings

Viele kleinere und grössere Learnings prägten unseren Weg zum Smart Home System SARAH wie es heute existiert. Nur ein Beispiel dafür ist die Heizungssteuerung, die wir wohl etwas zu weit getrieben haben. Kaum einer braucht heute die detaillierten Steuermöglichkeiten, die zur Verfügung stünden. Wir arbeiten nun an einer vereinfachten Version.
Geblieben von dieser intensiven Zeit sind uns aber natürlich vielmehr die Highlights. Die positiven Berichterstattungen rund um den Produktlaunch, der Besuch unserer russischen Freelancer Entwickler, die im Herbst den weiten Weg auf sich nahmen und für ein Wochenende zum ersten Mal Gast bei uns in Bern waren oder natürlich auch der goldene Award für die beste Schweizer IoT App 2016 (BOSA 2016).
Entscheidend für den Erfolg war und ist für uns das Zusammenspiel mit starken Partnern – sei dies von der Entwicklung bis hin zur Installation auf der Baustelle durch die Fachpartner. Nötig war dazu ein Commitment und eine grosse Begeisterung für das Produkt, die von allen Seiten mitgetragen wird. Nicht zuletzt ist auch die zwischenmenschliche Kompenente für ein Startup wie wir es sind, absolut entscheidend. Nach etwas mehr als einem Jahr hubware wurden als Team enorm viele Herausforderungen gemeinsam gemeistert und auch unangenehme Situationen direkt angepackt. Heute steckt in SARAH die Persönlichkeit von jedem der an diesem Projekt beteiligten Personen drin. Auch in Zukunft setzen wir alles daran, SARAH mit unserem erweiterten Team weiter auszutüfteln und zu verbessern, sodass sie das ganze Haus intuitiv visualisieren und so den Alltag der Menschen noch energieeffizienter, sicherer und vor allem einfacher und praktischer gestalten kann.


SARAH Benutzeroberfläche

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