Über Insellösungen zu Smart Home Gesamtsystemen

19.01.2017

Über Insellösungen zu Smart Home Gesamtsystemen

Kurz nach der CES stehen smarte Geräte wieder vermehrt im medialen Fokus. Die Verbreitung von Smart Home Insellösungen ist rasend schnell und wird wohl erst in einigen Jahren von Gesamtsystemen eingeholt.

Autor: Patrick Berchtold

Alltagsgeräte werden intelligent

Die an der ‘International Consumer Electronics Show’ (CES) in Las Vegas präsentierten Neuheiten hatten oft einen gemeinsamen Nenner: Nebst der zugrundeliegenden Hardware hatten vor allem Softwarekomponenten Fortschritte erzielt und fügen vielen Devices unseres Alltags nun eine Intelligenz zu. Diese Entwicklung ist aber nichts Neues. Gerade in den letzten Jahren wurde der Markt durch intelligente Gadgets stark geprägt und die breite Masse wurde mit jedem Monat mehr erreicht. Durch Recherchen im Rahmen einer Masterarbeit zum Thema Smart Home habe ich mich nicht nur mit der vergangenen, sondern auch mit der erwarteten Entwicklung in diesem dynamischen Markt auseinandergesetzt. Dabei bin ich unter anderem auf den interessanten und schliesslich logischen Zusammenhang zwischen smarten Gadgets und Smart Home Gesamtsystemen gestossen.

Exponentielle Ausbreitung von Insellösungen

Vom Fitnesstracker über den Thermostaten bis zum Roboterstaubsauger boomt der Markt für smarte Gadgets. Eine Studie von Qivicon/Deutsche Telecom geht von einer exponentiellen Verbreitung in Deutschland aus. Wo 2008 noch durchschnittlich 2.4 vernetzte Geräte pro Haushalt existierten, waren es 2015 bereits rund 8.6 vernetzte Geräte und bis 2022 rechnet man mit über 500 solcher Geräten pro Haushalt. In den USA soll diese Ausbreitung laut Experten gar noch etwas schneller ablaufen.
Dieser Trend wurde auch von den Grossen Player verwandter Branchen entdeckt und ernst genommen und so hat Google 2014 beispielsweise in einem vielbeachteten Kauf rund 3.2 Mia. USD für Nest (smarte Thermostaten) bezahlt.


Ausbreitung von Insellösungen zu Smart Home Gesamtsystemen

Wieso genau jetzt?

Warum verbreiten sich diese vernetzten Geräte denn ausgerechnet jetzt so stark? Nebst verschiedenen Gründen liegt dies natürlich daran, dass nun quasi jeder Haushalt mit einem Breitbandanschluss ausgestattet ist. Ausserdem haben Smartphones und Tablets zu einer klaren Sensibilisierung geführt. Ebendiese Produkte liessen letztlich auch eine entsprechende Produktionsindustrie entstehen, die nun die verwandten Smart Home Gadgets günstiger und somit zu erschwinglichen Preisen produzieren kann.

Insellösungen werden miteinander verbunden

Heute sind sehr viele dieser Geräte in Insellösungen, wie beispielsweise in intelligenten Heizungssystemen, vernetzten Bedienungen von Multimediageräten oder Überwachungssystemen, eingebunden. Die Marktforschung geht gemeinhin davon aus, dass solche Insellösungen noch der Trend dieses und der darauffolgenden Jahre sein werden. Erst danach, quasi als ein den Insellösungen nachgelagertes Bedürfnis, soll die Nachfrage nach Smart Home Gesamtlösungen nachziehen. User von Smart Home Gesamtsystemen gelten heute noch als ‘early adopter’.


Ausbreitung von Inellösungen zu Smart Home Gesamtsystemen

Die Erklärung für diese Entwicklung ist naheliegend. Insellösungen entfachen einen zusätzlichen Wert, sobald sie von einer übergeordneten Intelligenz bedient und so mit anderen Systemen orchestriert werden können. Nur so lassen sich beispielsweise komplexe und für die Steigerung von Komfort, Energieeffizienz oder Sicherheit zielführende Automationen erstellen.
In diesem Zusammenhang wird auch häufig von Insellösungen als Einsteigerprodukt in das Smart Home gesprochen.

Anforderungen an Smart Home Gesamtsysteme

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Damit Smart-Home Systeme akzeptiert werden, sollten sie möglichst wenig Aufmerksamkeit beanspruchen, nach dem Einstecken automatisch funktionieren, simpel bedienbar sein und nicht mit Störungen auffallen.schlusszeichen_hubware

Prof. Alexander Klapproth, iHome Lab, Hochschule Luzern

Gründe, wieso sich heute noch wenige Smart Home Gesamtsysteme durchgesetzt haben, gibt es diverse. Entscheidend war sicherlich, dass sich der bisherige Nutzen durch die früher noch hohen Anschaffungspreise kaum rechtfertigen liess. Als zentrale Erfolgsfaktoren für die Auswahl von Hausautomations-Gesamtsysteme der Zukunft sehe ich folgende drei wichtigen Punkte, die es zu beachten gilt:

  • UX: Nicht nur die User Experience, sondern die konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Smart Home Bewohner ist entscheidend. Technische Errungenschaften alleine reichen nicht aus (vgl. Smart watches, curved displays, etc.).
  • Barrierenfreie Kompatibilität: Plug and Play muss Religion sein. Proprietäre Insellösungen werden dementsprechend eine schwierige Zukunft vor sich haben.
  • Sicherheit: Das eigene Zuhause ist Privatsache und soll dies auch bleiben. Dies verlangt höchste Sicherheitsstandards für den Zugriff auf das System wie auch für sämtliche Eintrittssysteme.

Quellen

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