Unser AirBnB Experiment: Leben im Smart Home

01.08.2017

Unser AirBnB Experiment: Leben im Smart Home

Sommerzeit ist Ferienzeit. Den ganzen Juli über haben wir unsere Demowohnung an Gästen aus der ganzen Welt zur Verfügung gestellt, um einige Tage in einem voll automatisierten Smart Home leben zu können.

Autor: Patrick Berchtold

Verschiedene Menschen haben unterschiedliche Ansprüche an ein Smart Home. Was sich zunächst klar und logisch anhört, ist jedoch eine Wissenschaft für sich. Ist für junge Menschen die Bedienung des Hauses über ein Smartphone kein grosses Hindernis, so wünschen sich ältere Personen häufig auch einfache Tasteralternativen oder etwas grössere Darstellungsoptionen. Für körperlich eingeschränkte Menschen kann ein zentrales Bedienpanel den Weg zur Unabhängigkeit bedeuten.
Den ganzen Juli 2017 über haben wir unsere Smart Home Demowohnung in Bern öffentlich auf dem Onlineübernachtungsdienst AirBnB ausgeschrieben. Die verschiedenen Gäste sollten mit einem Smart Home konfrontiert werden und so vor überraschende und für sie ungewohnte Wohnsituationen gestellt werden, ihre Feedbacks für uns als Inspiration für die Weiterentwicklung dienen.
Nach nur zwei Tagen war unser Angebot auf AirBnB bereits komplett ausgebucht und wir durften insgesamt acht Gästegruppen mit insgesamt 23 Personen aus neuen verschiedenen Länder aus der ganzen Welt erwarten: Besucht haben uns schliesslich jüngere Paare, ältere Paare, Familien und Reisegruppen. Die jüngste Person war 18, die älteste 62 Jahre alt – vom Schüler über die Architektin bis zur UNO-Botschafterin. 19 Gäste waren schon da, die letzten vier erwarten wir nächste Woche. Zeit, um einige Erlebnisse und Eindrücke in diesem Blogbeitrag zu teilen.


Ausschrieb AirBnB

State-of-the-art Smart Home Technologie auf 140 m2

Die unbewohnte Demowohnung befindet sich im Berner Neufeld Quartier im obersten Stock eines eher unscheinbaren Mehrfamilienhauses. Die kürzlich renovierte Wohnung dient als realer Anwendungsbereich für die neusten Smart Home Technologien und gleichzeitig als Vorführungsobjekt für Kunden. Über 300 Sensoren und Aktoren, die per Kabel oder Funk angesteuert werden, verstecken sich in den Wänden und Geräten der modernen Dachwohnung und machen die Wohnung zu einem selbst arbeitenden Smart Home. Auf diverse Umweltveränderungen kann sie beispielsweise gleich selbst reagieren und entsprechende Vorkehrungen vornehmen.
Herzstück der Hausautomation ist das Smart Home Gesamtsystem SARAH, das vom Bewohner über eingebaute Tablets, über sein Smartphone oder mit Tasterkombinationen bedient werden kann.

Euro-Trip, Familienurlaub und sight-seeing in der Schweiz

Ab 17:00 Uhr führten wir mit den Gästen jeweils ein kleines Check-in durch. Einer unserer Mitarbeiter hat die Gruppen jeweils begrüsst und sie in einem knapp einstündigen Briefing in die Wohnung und in die SARAH Welt eingeführt. Im ‘Welcome Package’ waren die wichtigsten Infos (Bsp.: ‘Was macht SARAH von alleine, wenn…’), Notfallnummern etc. zusammengefasst. Auch die Stadt Bern liess sich für unsere Smart Home AirBnB Idee begeistern und hat ein Rundum-sorglos-Package für die Stadt vorbereitet: Mit Stadtplänen, ÖV-Tickets und gratis Audio-Guides!

  • Jelena & Carlos mit Luca und Marco (Toronto, Kanada)

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    Thank you. This was an incredible experience. We wish we stayed longer to explore the system some more.schlusszeichen_hubware

    Jelena, AirBnB Gast

    Die kanadische Architektin Jelena war diesen Sommer gemeinsam mit ihrem Mann Carlos und ihren beiden Jungs Luca und Marco in Europa. Gemeinsam machten sie sich auf die Reise von Serbien (Geburtsort von Jelena) bis nach Südspanien (Geburtsort von Carlos) und besuchten auf der Reise dazwischen architektonische Highlights. Für Jelena war deshalb auch klar, dass sie mit ihrer Familie am Smart Home Experiment teilnehmen möchte.
    Was die Familie in den heissen Juli Tagen (33°+) in der Berner Dachwohnung klar vermisst hat: Eine Klimaanlage (unsere Lösung hiess 2 Packungen Vanille Glace 😊 ).
    Nach drei Tagen im Smart Home war die junge Familie zwar etwas durchgeschwitzt, aber trotzdem happy:
    «Thank you. This was an incredible experience. We wish we stayed longer to explore the system some more.”
    Marco, der fünfjährige Sohn konnte von SARAH übrigens eher weniger beeindruckt werden. Die Anziehungskraft der Bilder und Games auf dem IPad war definitiv grösser.

  • Mimmy & Kin (Hong Kong)

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    Creating the new mood is the favourite thing I like most about the smart home. I can customize the most comfortable environment for me and reappear it by pressing ‘my mood’ button.schlusszeichen_hubware

    Mimmy, AirBnB Gast

    Mimmy & Kin aus Hong Kong nutzten Bern quasi als Basecamp um von hier die ganze Schweiz zu entdecken. Von da aus gings auf den Titlis, auf das Junfraujoch und an den Genfersee. In der Demowohnung war das junge Pärchen hauptsächlich am Abend und dort tobten sie sich mit dem erstellen neuer Stimmungen (u.a. ‘Party Mood’ und ‘Dinner Mood’) aus. In den vier Tagen in Bern wurde Putzi, unser Staubsaugroboter, zu einem geschätzten Freund der beiden. Mimmy meinte, sie wäre bei den Gewittern auch um die automatisierten Dachfensterantriebe froh gewesen.

  • Linette, Sierra & Morgan (New Mexico, USA)

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    We liked the morning mode that would wake us up in the morning with music and would turn the lights on. schlusszeichen_hubware

    Sierra, AirBnB Gast

    Die junge US-amerikanische Gruppe um Linette hat sich erst als Vierergruppe angemeldet. Eine ihrer Kolleginnen habe aber nach starkem Heimweh wieder umkehren müssen, sodass die drei ihren Euro-Trip nach der Graduation von der High-School ohne sie weiterführten.
    Von Deutschland gings nach Bern und von da aus sollte es weiter nach Venedig, Sizilien und Griechenland gehen. Das erste Highlight war für die Gruppe bereits, in einer Dachwohnung mit Aussicht über die Stadt Bern zu wohnen, da es in Santa Fe kaum höhere als zwei-geschossige Häuser gäbe.
    Auch vom Leben im Smart Home waren die drei begeistert und übernahmen für die fünf Tage ihres Aufenthalts unseren Instagram Kanal und posteten dort fleissig ihre Schnappschüsse. Am Tag des Check-outs stand dann noch die Berner Zeitung vor der Tür und Linette, Sierra und Morgan erzählten angeregt von den Erfahrungen rund um das Leben im Smart Home.

Unsere Learnings und Outcomes

Der weitläufigen Meinung, dass Smart Home nur für eine bestimmte Gesellschaftsschicht vorbehalten ist, wollten wir etwas gegensteuern. Von den Gästen haben wir bisher ausschliesslich positive Gesamtfeedbacks erhalten. Da wir sie aber dazu eingeladen haben, frei über das Thema ‘Wohnen der Zukunft’ zu sinnieren, gab es durchaus auch Wünsche und Ideen für zusätzliche Funktionen: Architektin Jelena wünschte sich bei SARAH beispielsweise eine Anbindung an eine (in Kanadischen Wohnungen standardmässig verbaute) Klimaanlage. Die amerikanische Gruppe um Linette hätte sich gewünscht, dass man analog zur Waschmaschine (Miele@Home) auch Abfallbehälter oder Fenster per klopfen öffnen könnte. Feedbacks, die wir sicherlich in unseren Ideenpool aufnehmen werden. Insgesamt blicken wir aber auf einen sehr ereignisreichen Monat mit vielen spannenden Personen zurück, der uns super viel Spass gemacht hat!

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